Bundesstiftung Mutter und Kind mit neuer Website

Ab 6. Dezember werden die Themen und Inhalte der Bundesstiftung barrierefrei und in einem frischen Design dargestellt. Auf der neuen Seite sind die Informationen zur Antragstellung übersichtlich gegliedert im Startmenu „Hilfe beantragen“ zu finden. Ob Interessierte wissen wollen, wo der Antrag auf Stiftungshilfen in ihrer Nähe gestellt werden kann, oder sich Hilfesuchende fragen, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen: Die jeweiligen Informationen können direkt angesteuert werden. Über die Schaltfläche mit dem Symbol der Weltkugel gelangt man so z.B. direkt zu den Infoblättern der Bundesstiftung, die derzeit neben Deutsch in weiteren 19 Sprachen sowie bebildert in Leichter Sprache zur Verfügung stehen.

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Schulbox für Lehrkräfte

Die Folgen, die durch Corona-Pandemie, Angriffskrieg gegen die Ukraine und Klimawandel deutlich spürbar sind, führen aktuell zu Unsicherheiten und einer höheren psychischen Belastung bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Um die Beratungsangebote der „Nummer gegen Kummer“ bei Kindern und Jugendlichen bekannter zu machen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit Nummer gegen Kummer e.V. eine Schulbox erstellt. Die Schulbox beinhaltet Informationsmaterialien (Flyer, Poster, Infokarten, Sticker) zu den Beratungsangeboten der „Nummer gegen Kummer“. Lehrkräfte bekommen Anregungen an die Hand, wie sie den Umgang mit Sorgen und Probleme im Unterricht thematisieren können.

Einblick in die Arbeit eines Sozialraumkoordinators Frühe Hilfen

Herr Masloboy was macht ein Sozialraumkoordinator Frühe Hilfen bzw. was sind Ihre Aufgaben?

Meine Aufgabe ist es für Eltern ab der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre niedrigschwellige Zugänge zu präventiven Angeboten zu schaffen, um besonders Familien in herausfordernden Situationen unkompliziert zu unterstützen. Diese Unterstützung geschieht in Form von Beratungsgesprächen, Weitervermittlung in Angeboten oder dem Kontaktknüpfen mit anderen Fachkräften der Frühen Hilfen. Mein Aufgabengebiet beschränkt sich hierbei auf den Sozialraum Grimmen. Man muss als Sozialraumkoordinator Frühe Hilfen demzufolge wissen was es im Sozialraum für Unterstützungsangebote und wo es noch Bedarf gibt. Ich bekomme viele Anfragen und Anrufe, z. B. Wo finde ich das und das Angebot? Gibt es nicht noch einen Kurs zu dem und dem Thema? Oder, ich habe diese oder jene Problemlage… wo kann ich mir Unterstützung holen?

Sozialraumkoordinator der Frühen Hilfen

Neben der Netzwerkarbeit steht nun vor allem die sogenannte Lotsenfunktion der Sozialraumkoordinatoren im Vordergrund. Wir sind Ansprechpartner*innen für Schwangere und Eltern. Wir suchen und finden Unterstützungsangebote oder geben auch einfach nur entsprechende Informationen weiter – viele Sachverhalte können jetzt durch die Lotsenfunktion ganz unbürokratisch und präventiv geklärt werden, wodurch niedrigschwellige und kostenfreie Zugänge geschaffen werden.

Was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?

Der Job bringt es ja mit sich, dass man Menschen begegnet, mit Ihnen kommuniziert und Ihnen bei Ihrem Anliegen unter die Arme greift. Die Dankbarkeit die man erfährt ist sehr wertvoll. Die Arbeit ist sehr facettenreich und jede Beratung ist unterschiedlich. Zum Bespiel hatten wir im Monat Mai 2022 ca. 1.300 Besucher*innen im SOS-Familienzentrum Grimmen. Die Leute nutzen das Familienzentrum als Ort der Begegnung wo verschiedene Angebote aus der Kinder und Jugendhilfe zentralisiert sind. Es macht Sinn, dass die Frühen Hilfen in einem Familienzentrum angesiedelt sind, da sich viele Unterstützungspotentiale und Schnittstellen der Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach befinden. Wir haben hier täglich viele Fachkräfte aus den Bereichen der Gesundheitsfürsorge z. B. Physiotherapeuten oder Hebammen, die uns beständig mit ihrer Expertise weiterhelfen.

Was sind Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte?

Im Bereich der Frühen Hilfen ist es die Beratung von Eltern in den alltäglichen Herausforderung der Familie sowie anschließend die Weiterleitung in passgenaue Unterstützungssysteme. Derzeit spielt auch die Flüchtlingswelle eine wichtige Rolle. Die Ukraine Krise, wo Mütter mit vielen kleinen Kindern bei uns im Familienzentrum aufgefangen werden und versucht wird, diese gleich gut zu integrieren z. B. in Kita, Schule, Vereine etc. Die Regelangebote der Frühen Hilfen laufen wöchentlich weiter. So wie der Kinderwagentreff. Hier gibt es an vier verschiedenen Standorten (Grimmen, Barth, Ribnitz-Damgarten und Bergen auf Rügen) wöchentlich neuen Input von unseren Hebammen und den pädagogischen Fachkräften. Der Kinderwagentreff ist wie ein Austauschtreffen, wo auch schwerpunktmäßig verschiedene Themen integriert werden können, wie z. B. Ernährungs- oder Tragetuchberatung.

Wie bedeutsam ist eine sozialräumliche Organisation der Angebote/Projekte der Frühen Hilfen?

Es ist wichtig, immer ein Ohr an den Eltern zu haben oder auch mal einen Elternstammtisch durchzuführen, um den aktuellen Zeitgeist zu treffen. Ich bin kein Freund von Schreibtischkonzepten sondern bin stets daran Interessiert, was die Eltern so beschäftigt. Ich höre zu was gebraucht wird und welche Angebote erweitert oder neu initiiert werden müssen. Daraus entstand u. a. die Idee auch mal abends ein Angebot anzubieten, für ältere Kinder, in Form eines neuen Projektes „Stulle mit Brot“. Meine Kollegin Frau Andrea Dömer, welche auch viele andere Angebote der Frühen Hilfen bei uns im Haus durchführt, und ich treffen uns dann mit den Familien zum Abendbrot am gedeckten Tisch und hören zu!

Bei welchen Problemen helfen Sie den Familien am häufigsten?

Gesundheitsthemen bzw. –probleme sind bei den Familien sehr gefragt. Der Kinderwagentreff (läuft noch bis 31.12.2023) kommt sehr gut an und deckt viele Themen in diesem Bereich ab. Die Familien haben auch oft multiple Problemlagen, so dass gar nicht gesagt werden kann welche Sachverhalte gehäuft auftreten. Wir arbeiten mit Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden, Kinderkrankenschwestern, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten usw. zusammen, um den Familien bestmöglich zu helfen.

Stichwort Corona: Haben Sie das Gefühl, dass die Familien nun andere Bedarfe haben?

Andere Bedarfe an sich nicht. Bestimmte Problemlagen wurden jetzt bewusster bzw. intensiver wahrge-nommen. Wir mussten kreative Wege gehen in der Corona Zeit, um die Kontakte zu halten und zumindest einen kleinen Austausch untereinander zu gewährleisten. Wir haben dann so was wie „Walk and Talk“ ge-macht, wo sich Mütter und Väter anmelden konnten und wir dann spazieren gegangen sind und „Draußen beraten“ haben. Ein weiteres Angebot, was wir gut digital umsetzen konnten, was das Kochen für Babys. Es wurden einfache Gerichte gekocht und dabei gefilmt und anschließend das Rezept und das Video online gestellt. Das wurde insgesamt von den Familien sehr angenommen. Ca. 10 Videos wurden in diesem Format produziert.

Dieses Jahr hat das Familienzentrum mehr Geld von der Bundesstiftung Frühe Hilfen durch das Corona Aufholprogramm erhalten. Wir konnten dadurch ein weiteres Bewegungsangebot initiieren und durchführen. „Sport für die Lütten“ findet wöchentlich am Donnerstag von 15:30 Uhr-16:30 Uhr im Sportraum des SOS-Familienzentrum Grimmen statt.

Wo sehen Sie die Frühen Hilfen in 5 Jahren im Landkreis Vorpommern-Rügen?

Ich hoffe sehr, dass die konkreten Angebote der Frühen Hilfen in die Regelversorgung und damit auch in die Finanzierung mit reingenommen werden. Ich wünsche mir, dass wir noch stärker in den Köpfen der Kooperationspartner*innen aber auch in denen der Eltern verankert werden und dass sich noch mehr dem Thema Niedrigschwelligkeit gewidmet wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Lesen Sie hier gern das ausführliche Interview zwischen der FamilienInfo MV und Hannes Masloboy vom SOS Familienzentrum Grimmen!

 

Hintergrundinformation:
Im Landkreis Vorpommern-Rügen gibt es insgesamt fünf Sozialraumkoordinator*innen: Grimmen und Barth (SOS-Kinderdorf Vorpommern), Ribnitz-Damgarten (JAM GmbH), Rügen (KJFH) und Stralsund (VSP).

Die Frühen Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern umfassen verschiedene Unterstützungsangebote. Diese werden in Netzwerken Frühe Hilfen koordiniert. Hier arbeiten Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen der Frühen Hilfen zusammen: Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, der Schwangerschaftsberatung, der Frühförderung und der Kinder- und Jugendhilfe und noch viele mehr. Die Fachkräfte tauschen ihr Wissen über ihre jeweiligen Angebote aus und stimmen diese aufeinander ab, um Sie als Familie bestmöglich unter-stützen zu können. Netzwerkkoordinator*innen steuern und begleiten die Vernetzungsarbeit in Ihren Landkreisen und kreisfreien Städten. An Frühen Hilfen sind alle föderalen Ebenen beteiligt: Der Bund stellt durch die Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) die Netzwerke und die Psychosoziale Unterstützung von Familien sicher (§ 2 Absatz 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz, KKG). Eine Vollfinanzierung bzw. Regelfinanzierung der Angebote bzw. Lotsen ist entsprechend der gesetzlichen Vorgaben nicht vorgesehen.

Einblick in den Alltag einer Familienhebamme

Frau Schloss was ist eine Familienhebamme (bzw. eine FGKiKP) und was ist Ihre Aufgabe?

Das ist eine staatlich anerkannte und ausgebildete Hebamme/Kinderkrankenschwester mit einer Zusatzqualifizierung (dauert in der Regel ca. 1 Jahr) zur FGKiKP/Familienhebamme. Diese übernimmt die Betreuung von Familien ab der 9. Lebenswoche des Kindes bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Vorrangig sind Familienhebammen bzw. FGKiKP in Familien mit schwierigen Lebensumständen (z. B. bei Suchtproblemen oder bei finanziellen Problemen) tätig und unterstützen die Familien bei der Versorgung von Kindern.
Familienhebamme Karina Schloss

Wo finde ich eine Familienhebamme/FGKiKP, wenn ich eine Familie mit Problemen habe?

Eine Familienhebamme finden Sie über das zuständige Gesundheitsamt im Landkreis, die Ansprechpartner sind auf der Homepage der Landesfachstelle Familienhebammen in M-V vermerkt (www.familienhebammen-in-mv.de). . Wichtig ist ein gutes Netzwerk, so dass Kinderärzte, Kliniken, Gynäkologen, Hebammen usw. über die Tätigkeiten von Familienhebammen und FGKiKP´s Bescheid wissen und an das Amt vermitteln können.

Wie viele Familienhebammen/FGKiKP gibt es in M-V bzw. im Landkreis Rostock?

In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es aktuell circa 40 aktive Fachkräfte und im Landkreis Rostock 5 bis 6 Familienhebammen/FGKiKP.

Wie gestaltet sich Ihre Arbeit? Üben Sie diese hauptberuflich aus?

Ich selbst mache es nebenberuflich und arbeite in der KMG Klinik in Güstrow. Gut ist, dass man die Familien dann schon in der Klinik kennenlernt und bereits Vertrauen aufgebaut hat. Durch das gute Netzwerk kennen sich alle gegenseitig und wir stehen in einem guten Kontakt untereinander. Die Kolleg*innen von der Gynäkologie in der KMG Klinik melden sich bei mir, wenn sie bei Familien einen Unterstützungsbedarf erkennen. Ich kann mich bei den Familien vorstellen und Vertrauen aufbauen. Aus Erfahrung laufen die Fälle, die bereits in der Klinik anlaufen, sehr gut.

Was ist denn bisher Ihr schönstes Erlebnis in einer Familie?

Das kann ich genau sagen – die zweite Familie, die ich betreut habe: Der Unterstützungsbedarf ist schon in der Klinikdeutlich geworden. Die Eltern lehnten anfangs alle Hilfsangebote ab. Nach einigen Wochen kam dann die Anfrage über das Jugendamt an meine Koordinatorin im Gesundheitsamt. Da ich die Familie bereits kannte, nahm ich den Fall an. Es gab viele Versuche den Kontakt zur Familie aufzubauen und es hat lange gedauert bis das Vertrauen da war. Es entwickelte sich eine tolle gegenseitige Zusammenarbeit und ich betreute die Familie und das Kind bis zum ersten Lebensjahr. Zum 1. Geburtstag des Kindes wurde ich mit eingeladen und mit einem Geschenk verabschiedet.

Ist es häufiger so, dass Familien anfangs skeptisch gegenüber der Hilfe sind und am Ende doch sehr dankbar? Bei welchen Problemen helfen Sie den Familien am häufigsten?

Ja, vor allem Familien, bei denen die Anfrage über das Jugendamt an das Gesundheitsamt kommt, sind anfangs sehr skeptisch. Sie haben eine kleine Hemmschwelle zum Jugendamt und sind dann aber doch offen, wenn sie hören, dass ich Familien- Gesundheits- und Kinderkrankenschwester bin.
Dieses Jahr habe ich ca. 10 Familien betreut. Ich begleite die Familien bei Fragen zur Ernährung des Kindes, Problemen bei der Haushaltsführung, finanziellen Problemen (z. B. Schulden, Suchtprobleme) oder psychischen Auffälligkeiten bei den Eltern.

Wie lange betreuen Sie die Familien durchschnittlich?

Durchschnittlich tatsächlich bis zum 1. Lebensjahr. Denn im Gespräch merkt man, dass Vertrauen da ist und man sich aneinander gewöhnt hat. Manchmal geht sie sogar über das 1. Lebensjahr hinaus. Es gibt eine Familie, die ich noch nachbetreue aufgrund einer speziellen Belastung (Suchtprobleme der Eltern).

Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ganz klar ist es ein toller Ausgleich zu meiner Arbeit in der Klinik. Ich habe längeren Kontakt zur Familie, ich sehe die Entwicklung des Kindes und die Erfolge und die Dankbarkeit der Eltern. Ich gehe immer zufrieden nach den Hausbesuchen nach Hause.

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, was Kinder von ihren Eltern benötigen?

Ganz klar: Liebe, Geborgenheit und Sicherheit.

Was machen Sie, wenn eine Familie kein deutsch spricht? Ist das bereits vorgekommen?

Ja, sowohl bei der Arbeit in der Klinik als auch als FGKiKP. Ich betreue gerade eine Familie mit Migrationshintergrund, das ist etwas schwieriger. Aber zum einen gibt es einen tollen Übersetzer im Handy und erfahrungsgemäß ist oft ein Dolmetscher dabei. Zur Not mit Händen und Füßen.

Was machen Sie, wenn eine Familie Ihrem Rat nicht folgen möchte bzw. es nicht schafft?

Wichtig ist, es immer wieder zu versuchen und Verständnis zu zeigen. Viel reden und versuchen, sie davon zu überzeugen, dass der Tipp vielleicht nicht schlecht ist. Wenn es gar nicht klappt, dann andere Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten suchen z. B. bei den Netzwerkpartnern.

Wie läuft es generell, wenn Sie neu in eine Familie kommen? Haben Sie dann schon Gedanken dazu, wo Sie sie unterstützen können? Oder baut sich das auf?

Es baut sich langsam auf. Oft habe ich nur die Anfrage vom Gesundheitsamt und ein paar kurze Informationen. Aber ich mache mir grundsätzlich gern ein eigenes Bild und entscheide vor Ort bei der Familie.

Wie ist es im Verlauf der Zusammenarbeit? Welche Themenbereiche nehmen die Eltern gern an und bei welchen ist es generell etwas schwieriger?

Speziell auf die Ernährung des Kindes bezogen nehmen die Eltern die Unterstützung sehr gut an. Wahrscheinlich, weil ich Kinderkrankenschwester mit 30 Jahren Erfahrung bin und auch ein eigenes Kind habe. Die Hemmschwelle ist bei Suchtproblemen und finanziellen Angelegenheiten größer, weil die Familien sich zum Teil schämen und nicht darüber reden wollen… das ist dann meist ein längerer Prozess.

Was ist bei der Zusammenarbeit am wichtigsten (neben dem Vertrauen)?

Für mich ist die längere Betreuung wichtig. Dadurch erkennt man die Defizite bzw. Problemlagen in der Familie und kann diese in kleinen Schritten besprechen und Hilfe suchen. Das finde ich sehr wichtig und das ist bei einer kurzweiligen Betreuung nicht so möglich. Man muss sensibel vorgehen. Jede Familie ist unterschiedlich. Manche sind sehr offen und manche sehr verschlossen und haben psychische Probleme. Da muss man vorsichtig sein mit seiner Wortwahl.

Sie haben bereits viele Familien begleitet und kennen die Probleme und Bedarfe. Was würden Sie sich von der Gesellschaft oder auch von der Politik wünschen, um manche Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen?

Ich wünsche mir mehr Aufklärungsarbeit und eindeutig mehr Aufmerksamkeit für unsere Arbeit. Dass die Information zu den Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin mehr in die Familien geht und sie wissen, dass es da Hilfe gibt. Von der Gesellschaft wünsche ich mir, dass wieder mehr zugehört und miteinander gesprochen wird. Und, dass sich untereinander mehr geholfen wird und man gegenseitig aufeinander aufpasst.
Und von der Politik ganz klar, dass einige Anträge einfacher gestaltet werden müssen. Die finde ich selbst sehr kompliziert und für manche Familien sind sie unüberwindbar. Da brauchen sie unbedingt Hilfe.

Ich denke wir haben alles gut angeschaut. Ihre Familien, die generelle Arbeit und warum es Ihnen so Spaß macht. Herzlichen Dank für das Interview!

 

Hintergrundinformation:
Das Landesprogramm Familienhebammen wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern seit 2008 gefördert. Es stellt ein wichtiges Angebot im Rahmen der Frühen Hilfen dar. Ziel ist es jungen Familien frühestmögliche Angebote zur Stärkung ihrer Beziehungs- und Erziehungskompetenz zur Sicherung des Kindeswohles zu unterbreiten. Ein wesentlicher Beitrag dieses Ziel zu erreichen ist der Einsatz von Familienhebammen und Familien-Gesundheits- & Kinderkrankenpflegerinnen.

Die Frühen Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern umfassen verschiedene Unterstützungsangebote. Diese werden in Netzwerken Frühe Hilfen koordiniert. Hier arbeiten Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen der Frühen Hilfen zusammen: Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, der Schwangerschaftsberatung, der Frühförderung und der Kinder- und Jugendhilfe und noch viele mehr. Die Fachkräfte tauschen ihr Wissen über ihre jeweiligen Angebote aus und stimmen diese aufeinander ab, um Sie als Familie bestmöglich unterstützen zu können. Netzwerkkoordinator*innen steuern und begleiten die Vernetzungsarbeit in Ihren Landkreisen und kreisfreien Städten.

Bundeskabinett beschließt Kindersofortzuschlag und Einmalzahlung

Die Unterstützung hilfebedürftiger Familien und die Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Den Kindersofortzuschlag in Höhe von 20 Euro monatlich erhalten ab dem 1. Juli 2022 alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Haushalt der Eltern, die Anspruch auf Leistungen gemäß SGB II, SGB XII, Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), Kinderzuschlag oder auf Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) haben.

Erwachsene Leistungsberechtigte, die Leistungen nach SGB II, SGB XII, AsylbLG oder Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem BVG erhalten, werden zudem durch eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro unterstützt. Diese dient dem Ausgleich von erhöhten Lebenshaltungskosten und von pandemiebedingten Ausgaben. Der Zuschuss soll im Juli 2022 ausgezahlt werden.

Bundesministerin Anne Spiegel:„Mit dem Sofortzuschlag gehen wir einen ersten wichtigen Schritt hin zu einem echten Paradigmenwechsel im Kampf gegen Kinderarmut. Ab dem 1. Juli bekommen rund 2,9 Millionen von Armut betroffene Kinder in Deutschland 20 Euro zusätzlich im Monat. Damit helfen wir den Kindern und Familien, die unsere Hilfe besonders brauchen und die es gerade in der Pandemie besonders schwer hatten. Kinder aus der Armut zu holen heißt, ihnen bessere Startchancen zu geben, Teilhabe zu ermöglichen und soziale Ausgrenzung zu beenden. Es ist unerträglich, dass in einem reichen Land wie Deutschland so viele Kinder mit so wenig auskommen müssen und viele die ihnen zustehende Unterstützung gar nicht bekommen. Das gehen wir mit dem Sofortzuschlag nun entschieden an. Der Sofortzuschlag wird ohne weiteren Antrag unbürokratisch ausgezahlt, und es gibt ihn lückenlos bis zur Einführung der Kindergrundsicherung.“

Quelle: BMFSFJ, Pressemitteilung vom 16.03.2022

Hilfeportal Frag-Oskar.de

Das Leben mit einem unheilbar erkrankten Kind ist ein Leben im permanenten Ausnahmezustand. Ein ständiger Kampf um Normalität und jeden kleinen Glücksmoment, jeden Tag auf Neue.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Kinderhospiz e.V. das Hilfeportal Frag-Oskar.de ins Leben gerufen. Hier haben Betroffene die Möglichkeit, sich anonym und kostenlos 24 Stunden an jedem Tag der Woche hinzuwenden. Die Kontaktaufnahme kann telefonisch aber auch per Mail erfolgen. Erfahrene Fachkräfte nehmen sich jeder Anfrage an und bieten die nötige Hilfestellung oder Beratung. Die Tabuisierung des Themas führt bei vielen Familien zu einer Isolation, die sie oft nicht selbst durchbrechen können. Frag Oskar.de bietet die Möglichkeit aus einer Isolation herauszutreten und in einem geschützten Umfeld seine Ängste mitzuteilen.

Frag-Oskar.de bietet auch die Möglichkeit des Austausches mit anderen Betroffenen. Die Reihe Oskar Meet and Talk vernetzt betroffene Familien miteinander. Der Infofilm auf der Website zeigt kurz und einfühlsam, wie die Hilfe-Plattform Frag-Oskar.de betroffene Familien unterstützt.

 

Neue Allianzen für Menschen mit Demenz in MV

Zum 1. Januar haben bundesweit 28 weitere Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ihre Arbeit begonnen. Ihr Ziel ist es, Netzwerke vor Ort auf und auszubauen und Angebote umzusetzen. Damit ist die dritte Förderwelle im gleichnamigen Bundesprogramm des Bundesseniorenministeriums gestartet. Die neuen Allianzen ergänzen das bestehende Netzwerk der bisher geförderten 552 „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz.“ Unter den 28 neuen Standorten sind auch drei Orte aus MV: Greifswald, Rostock und Schwerin.

In den Lokalen Allianzen engagieren sich Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Vereine, Initiativen, Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden und andere Organisationen. Gemeinsam schaffen sie vor Ort beispielsweise Sport- und Bewegungsgruppen, musikalische Angebote und Angehörigentreffen zur Förderung der sozialen Teilhabe oder sie realisieren Demenz Partner-Schulungen. Auch während der Corona-Pandemie sind die Lokalen Allianzen mit innovativen Angeboten aktiv.

Weitere Themen rund um die Pflege von Angehörigen finden Sie auch auf unserer Webseite.

Bundespreis Mehrgenerationenhaus #GemeinsamMehr

Neues Bundesprogramm – neuer Wettbewerb: Der neue Bundespreis Mehrgenerationenhaus #GemeinsamMehr zeichnet Mehrgenerationenhäuser aus, deren Projekte bundesweit für ein Mehr an gesellschaftlichem Miteinander und Lebensqualität sorgen – für alle in Deutschland lebenden Menschen, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Herkunft und ihrem Hintergrund.

Alle Mehrgenerationenhäuser können sich bis zum 8. Dezember 2021 in vier Fachkategorien für den Jurypreis oder mit einer Kreativaktion für den Publikumspreis bewerben.

  1. Bildung und Unterstützung
  2. Demokratiestärkung
  3. Zusammenhalt
  4. Ökologische Nachhaltigkeit

Sonderpreis „Gemeinsam stark in Pandemiezeiten“

Berufenavi.de: So geht berufliche Orientierung heute

Wo soll es hingehen in Ausbildung und Beruf? Am 14. Oktober 2021 gaben Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Prof. Dr. Hubert Ertl, Forschungsdirektor und Ständiger Vertreter des Präsidenten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), den Startschuss für ein brandneues Angebot. Berufenavi.de bietet allen Orientierung, egal, ob sie am Anfang ihrer Suche stehen, einen Teil des Weges schon hinter sich gebracht haben oder kurz vor dem Ziel stehen. Besucherinnen und Besucher können deshalb auf der Startseite zwischen drei Schwerpunkten wählen und sich „Erstmal orientieren“, die Abzweigung „Richtung Wunschberuf“ nehmen oder „Direkt zu den Ausbildungsangeboten“ navigieren.

Frühe Hilfen