Neues Unterrichtsprogramm stärkt soziale Kompetenzen
Mit dem Projekt „Eigenständig werden“ erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 in Mecklenburg-Vorpommern ein neues Unterrichtsangebot, das Kommunikation, Empathie und konstruktive Konfliktlösung fördert. Entwickelt in Kooperation mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, steht es allen allgemein bildenden Schulen offen.
„Rund 87.000 Kinder – fast jede zweite Schülerin und jeder zweite Schüler – können teilnehmen“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. Das wissenschaftlich fundierte Programm vermittelt körperliche, seelische und soziale Gesundheitskompetenzen, für die Jüngsten begleitet von der Handpuppe „Jolli“.
Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte können an einer eintägigen Fortbildung teilnehmen und im Anschluss direkt mit der Umsetzung im Unterricht beginnen. Die Fortbildungen werden durch das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) organisiert und durchgeführt.
Mehr Bücher im Unterricht: Land stärkt Leseförderung
Mecklenburg-Vorpommern weitet die Leseförderung an Schulen aus. Ab dem neuen Schuljahr lesen Grundschülerinnen und -schüler mehr literarische Werke im Unterricht: zwei Bücher in Klasse 1/2, eines in Klasse 3/4. In den Jahrgangsstufen 5 bis 10 stehen künftig zwei Werke pro Schuljahr auf dem Programm. Auch in modernen Fremdsprachen wie Englisch ist ab Klasse 7 eine Lektüre vorgesehen.
Bildungsministerin Simone Oldenburg betont: „Lesen stärkt Konzentration, Wortschatz und Vorstellungskraft – wichtige Grundlagen für den Bildungserfolg.“ Ergänzt wird die Maßnahme durch ein tägliches 20-minütiges Leseband in den Klassen 1 bis 4. Alle Grundschulen erhielten dazu Starter-Bücherpakete und eine Handreichung.
Mit den Neuerungen reagiert das Land auf Studien wie den IQB-Bildungstrend, die eine sinkende Lesekompetenz belegen. Ziel ist es, die Lesefähigkeit zu verbessern und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
6,5 Milliarden Euro für Bildung und Betreuung
Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf 2025 und die Finanzplanung bis 2029 verabschiedet – mit klaren Schwerpunkten in der Bildungs- und Familienpolitik. Insgesamt sollen 6,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur“ in Kinderbetreuung und digitale Bildung fließen.
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4 Milliarden Euro für Kitas: Ab 2026 sind jährlich 400 Millionen Euro für Investitionen in die frühkindliche Bildung vorgesehen – für bessere Ausstattung und mehr Qualität.
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2,5 Milliarden Euro für Digitalisierung an Schulen: Mit dem DigitalPakt 2.0 wird die digitale Infrastruktur weiter ausgebaut – etwa für Geräte, Netzwerke und moderne Lernsoftware.
Ziel aus Sicht des Bundesfamilienministeriums ist es, Bildung zukunftsfähig und wettbewerbsfähig aufzustellen – mit verlässlicher Qualität und langfristiger Planungssicherheit für Familien, Einrichtungen und Träger.
„Big HuG“ stärkt Ganztagsbetreuung in MV
Zur Vorbereitung auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027 startet Mecklenburg-Vorpommern das Modellprojekt „Big HuG – Bildungsgemeinschaft Hort und Grundschule“. Das Land fördert das Projekt von Juni 2025 bis Mai 2028 mit 480.000 Euro. Träger ist die RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V. in Waren/Müritz.
Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Horten und Grundschulen zu stärken. Das neue Kompetenzzentrum berät Einrichtungen, analysiert bestehende Strukturen und unterstützt bei der Qualitätsentwicklung. Fachkräfte werden gezielt fortgebildet.
Bildungsministerin Simone Oldenburg: „Ganztägige Bildung braucht verlässliche Strukturen und gutes Personal. Mit ‚Big HuG‘ erhalten Schulen und Horte die nötige Unterstützung – für mehr Bildungsgerechtigkeit im Land.“
Inklusion an Schulen: Mehr Zeit für Qualität
Mecklenburg-Vorpommern setzt seine Strategie für ein inklusives Schulsystem weiterhin mit Augenmaß um. Der Zeitraum für den Ausbau inklusiver Bildungsangebote wird um drei Jahre bis zum 31. Juli 2030 verlängert. „Wir setzen auf Qualität statt Schnelligkeit – das verschafft insbesondere den Kommunen als Schulträgern mehr Zeit für bauliche Maßnahmen“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg.
Auch künftig wird es ein Netz von Förderschulen sowie flächendeckende Förderangebote in eigenständigen Lerngruppen geben. Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen Lerngruppen Lernen schrittweise in den Regelschulen aufgebaut und die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bis 2030 organisatorisch aufgehoben werden.
Ein wichtiger Baustein der Inklusionsstrategie ist die Arbeit in multiprofessionellen Teams, deren Erfolg sich in einer landesweiten Evaluation deutlich zeigte. Zudem wurden bislang 296 zusätzliche Stellen sowie 240 Alltagshilfen geschaffen, um Lehrkräfte zu entlasten und Kinder bestmöglich zu fördern.
„Wir brauchen diese Ressourcen dringend“, so Ministerin Oldenburg weiter. „Gerade nach der Corona-Pandemie sehen wir wachsende Herausforderungen und einen steigenden Förderbedarf.“
Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Bildungsministeriums MV.
Medienkompetenz-Preis MV 2025
Wie vielfältig und kreativ Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern gestaltet wird, zeigte sich bei der 20. Verleihung des Medienkompetenz-Preises MV am 24. April 2025 im Volkstheater Rostock. Insgesamt wurden 8 herausragende Projekte mit Preisgeldern in Höhe von 6.000 Euro in vier Kategorien ausgezeichnet.
Der Preis wird traditionell zum Auftakt des Rostocker Filmfestivals FiSH vergeben. In diesem Jahr hatten sich 62 Projekte aus dem gesamten Land beworben.
Die Preisverleihung ist ab sofort in der Mediathek der Medienanstalt MV abrufbar und wird am 9. Juni 2025 im Bürgerprogramm Mediatop.TV ausgestrahlt.
Zum Mediatop.TV-Programm
Zur Sendung in der Mediathek
Ausgezeichnete Projekte 2025
- Freizeit und Teilhabe
LEOfilms beim 33. Filmkunstfest MV (Schwerin) und Junosch! Das Jugendformat auf LOHRO (Rostock)
- Schule und Bildung
Miriam Bruderman – Graphic Novel (Europaschule Rövershagen) und Sendung mit Kindern für Kinder (Rostock)
- Kindheit und Alter
Your Vision Song Contest (Ludwigslust) und Medienstarter (Schwerin)
- Nachgehakt
Action in Ferdinandshof (Rostock) und Reflektor – Festival der Kommunikation (Hochschule Wismar)
Der Medienkompetenz-Preis MV wird seit 2006 von der Medienanstalt MV vergeben und würdigt Projekte, die nachhaltige und innovative Medienarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen leisten. Seit 2020 ergänzt die Kategorie „Nachgehakt“ das Preisportfolio und fördert den kritischen Umgang mit Medien.
Mehr Infos unter: www.medienkompetenzpreis-mv.de
KI im Klassenzimmer: „FelloFish“-Pilotprojekt startet in MV
Ab dem Schuljahr 2025/2026 erprobt Mecklenburg-Vorpommern an 16 Schulen das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt zu geben – vor allem im Bereich Schreiben.
„Wir prüfen, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll in der Schule eingesetzt werden kann“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. Lehrkräfte erstellen Aufgaben mit klaren Feedbackkriterien, auf deren Basis das Tool Rückmeldungen gibt – inklusive Grammatik- und Rechtschreibprüfung. Auch Lehrkräfte erhalten Hinweise zu Stärken und Förderbedarfen ihrer Klassen.
„Kinder brauchen Feedback beim Lernen. KI kann hier entlasten und gleichzeitig Motivation fördern“, betonte Oldenburg.
„FelloFish“ ist datenschutzkonform und kann über die VIDIS-Schnittstelle in bestehende Systeme eingebunden werden. Der Zugang erfolgt dann über einen zentralen Login.
In jedem Schulamtsbereich nehmen vier Schulen teil – von der Grundschule bis zur Förderschule. Die Auswahl erfolgt im laufenden Schuljahr. Begleitet wird das Projekt vom Bildungsministerium.
Mehr Schülerreisen zu Gedenkstätten möglich
Erinnerung stärken, Haltung zeigen: Mecklenburg-Vorpommern erhöht im Jahr 2025 die Mittel für Gedenkstättenfahrten zu den ehemaligen deutschen Vernichtungslagern in Polen von bisher 150.000 Euro auf 311.000 Euro. Zum Vergleich: 2023 standen lediglich 50.000 Euro zur Verfügung.
Die Fahrten führen unter anderem in die Gedenkstätten Auschwitz-Birkenau und Majdanek. Sie dauern fünf bis sechs Tage und werden pädagogisch begleitet – mit Vorbereitungen, Reflexionsgesprächen und Workshops. Die Organisation übernimmt die Europäische Akademie in Waren (Müritz). Schulen können dort Förderanträge stellen.
2025 sind 62 Fahrten mit rund 1.500 Jugendlichen geplant – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Mecklenburg-Vorpommern zählt bundesweit zu den Spitzenreitern bei der Förderung von Gedenkstättenfahrten. „Diese Besuche fördern kritisches Denken und setzen ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und für eine starke Erinnerungskultur“, betont Bildungsministerin Simone Oldenburg.
Konfliktkompetenz in Schulen stärken
Das Land will das Programm der Streitschlichtung an Schulen weiter ausbauen. Dazu sollen unterstützende pädagogische Fachkräfte fortgebildet werden, die ihre Kenntnisse dann weitergeben können. Ziel ist es, im Schuljahr 2025/2026 ca. 100 Schülerinnen und Schüler in Streitschlichtung auszubilden. „Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern gibt es an jeder Schule, sie sind keine außergewöhnlichen Ereignisse“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Damit sich die Auseinandersetzungen aber nicht verhärten und das Schulklima nicht auf Dauer beeinträchtigt wird, wollen wir das erfolgreiche Konzept der Streitschlichtung breiter etablieren.“
Die Kursreihe „Streitschlichtungsausbildung für unterstützende pädagogische Fachkräfte“ startet im Juni 2025 und wird vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums in Kooperation mit dem Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe – Schabernack e. V. durchgeführt. Insgesamt stehen in einem ersten Schritt 16 Plätze für unbefristet tätige pädagogische Fachkräfte zur Verfügung.
Die Ausbildung für unterstützende pädagogische Fachkräfte umfasst zehn praxisnahe Module mit insgesamt 60 Unterrichtsstunden, die neben theoretischen Grundlagen vor allem kommunikative Kompetenzen und methodisches Handwerkszeug für die Streitschlichtung vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Fähigkeit, Schülerinnen und Schüler selbst zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern auszubilden. Sie werden damit in die Lage versetzt, Konflikte untereinander lösen.
Schulen starten Erste-Hilfe-Ausbildung
Im aktuellen Schuljahr haben 29 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern die Erste-Hilfe-Ausbildung für Schülerinnen und Schüler eingeführt. Im ersten Schritt werden dadurch bis zu 2.000 Jugendliche befähigt, in Notfallsituationen richtig zu handeln.
„Ziel ist es, möglichst viele Kinder und Jugendliche zu befähigen, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Deshalb freuen wir uns über jede weitere Schule, die an diesem Modellprojekt teilnimmt“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Rostock und verschiedenen Hilfsorganisationen. Gemeinsam wurde ein praxisnaher Leitfaden entwickelt, der den weiterführenden Schulen als Handlungsempfehlung dient. So können sie die Erste-Hilfe-Ausbildung im Rahmen eines zweijährigen Modellvorhabens eigenständig umsetzen.
Kern der Ausbildung sind zwei aufeinander aufbauende Module von jeweils 90 Minuten. Diese sogenannte Starterausbildung ist speziell für die Jahrgangsstufen 7 oder 8 konzipiert und lässt sich flexibel in die Fächer Biologie oder Sport integrieren – unabhängig von der Schulform. Alternativ kann das Modell auch als Ganztagsangebot oder im Rahmen einer Projektwoche stattfinden.
Das Engagement zeigt: Erste Hilfe lässt sich schon früh lernen – und kann im Ernstfall Leben retten.