17. Kinder- und Jugendbericht veröffentlicht

Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen so vielfältig auf wie nie, dazu eint sie der Wunsch nach Sicherheit und Orientierung – das zeigt der 17. Kinder- und Jugendbericht, den Bundesjugendministerin Lisa Paus gemeinsam mit Sachverständigen am 18. September vorgestellt hat. Der Bericht liefert ein umfassendes Bild von der Lage der jungen Generation und der Situation der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.

In Deutschland leben derzeit rund 22 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Bericht zeigt: Ihre Generation ist so vielfältig wie nie zuvor. Aber eins haben sie gemeinsam: Sicherheit und Orientierung sind notwendig für gutes Aufwachsen. Das ist jedoch aktuell geprägt von sich überlagernden Herausforderungen wie Krieg, Klimawandel, globale Fluchtmigration, Nachwirkungen der Pandemie, aber auch von Fachkräftemangel und dem Druck auf die Demokratie.

Die meisten jungen Menschen in Deutschland blicken mit Zuversicht auf die kommenden Jahre. Ihr Zukunftsvertrauen hat jedoch abgenommen. Von den aktuellen Krisen sind sie unterschiedlich stark betroffen – je nachdem, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zugehörigkeiten und Zuschreibungen sie aufwachsen.

Grundschulkinder erhalten mehr Zeit für das Lesen

Zum kommenden Schuljahr führt das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung das Leseband für alle Jahrgangsstufen der Grundschule ein. Dadurch stehen den Kindern jeden Tag 20 Minuten zur Verfügung, um das Lesen zu üben. Die Lesezeit ist fester Bestandteil des Unterrichts. Lehrerinnen und Lehrer wurden beim diesjährigen Grundschultag sowie in zahlreichen Fortbildungen auf die Umsetzung vorbereitet.

Ministerin Oldenburg erklärte, dass die aktuellen Ergebnisse von Schulleistungstests wie den IQB-Bildungstrend, IGLU oder PISA deutlich zeigen, dass mehr Zeit zur Stärkung der basalen Lesekompetenzen bereitgestellt werden muss. „In jedem Fach ist es wichtig, lesen zu können, um Aufgabenstellungen richtig zu erfassen. Daher ist es gut, dass wir verschiedene Lese-Methoden etablieren, die von den Lehrkräften genutzt werden können.“

Pressemitteilung: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung MV; 24.07.2024

Gesundweiser – spielend.digital.kompetent

Sind die Antworten von „Dr. Google“ verlässlich? Was sagen die Werte einer Gesundheitsapp aus? Und: Wie kann man sich vor den Schattenseiten des digitalen Lebens schützen? Diese Fragen stellen sich auch die Protagonisten des Gesundweisers. Gemeinsam mit ihnen lernen die Teilnehmenden, wie sie die Digitalisierung für die eigene Gesundheit nutzen können – durch anschauliche Übungen und realistische Beispiele.

Mit dem online-Lehrangebot „Gesundweiser“ werden nötige Kompetenzen im digitalen Bereich gefördert, sodass schon Kinder und Jugendliche lernen, die Vielfalt der digitalen Möglichkeiten für die eigene Gesundheit einzusetzen. Die Lernplattform „Gesundweiser“ ist kostenlos und werbefrei und kann als rein digitales „Set-up“ ortsunabhängig verwendet werden.

Bundeshaushalt 2025 für das BMFSFJ

Das Bundeskabinett hat am 17. Juli den Entwurf des Regierungshaushalts 2025 beschlossen. Der Entwurf für den Etat des Bundesfamilienministeriums sieht für 2025 Ausgaben in Höhe von rund 14,44 Milliarden Euro vor.

Damit steigt der Etat im Vergleich zu 2024 um rund vier Prozent. Dem Bundesfamilienministerium steht im Jahr 2025 ein Plus von 570 Millionen Euro zur Verfügung.

Zentrale Schwerpunkte im Haushalt 2025:

  • Für den Kinderzuschlag für Familien mit kleinem Einkommen sind rund 3,3 Milliarden Euro veranschlagt. Die beträchtliche Erhöhung des Ansatzes für den Kinderzuschlag (rund 1,15 Milliarden Euro) resultiert aus einer zuletzt deutlich vermehrten Inanspruchnahme der Leistung.
  • Ab dem Jahr 2025 steigen sowohl das Kindergeld als auch der Kinder-Sofortzuschlag um fünf Euro je Kind und Monat an. Außerdem steigt der Kinderfreibetrag um 60 Euro im Jahr. Ab 2026 wird gesetzlich sichergestellt, dass Kindergeld und Kinderfreibetrag weiter zeitgleich steigen.
  • Kita-Qualitätsgesetz: Der Bund stellt den Ländern außerhalb des Einzelplans 17 jeweils 1,993 Milliarden Euro in den Jahren 2025 und 2026 (also insgesamt rund vier Milliarden Euro) über die Erhöhung ihres Umsatzsteueranteils für Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung zur Verfügung.

Weitere Schwerpunkte (siehe Pressemitteilung vom BMFSFJ; 17. Juli 2024)

Kompetenzzentrum „Lernen durch Engagement“

Pressemitteilung: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung; 21. Juni 2024

„Beim ‚Lernen durch Engagement‛ setzen sich Schülerinnen und Schüler für das Gemeinwohl ein“, erläuterte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Sie bringen gemeinsam Projekte auf den Weg, engagieren sich bestmöglich nach ihren eigenen Fertig- und Fähigkeiten und setzen sich für andere ein. All das trägt dazu bei, die Demokratiekompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken. ‚Lernen durch Engagement‛ ist wichtig für eine starke demokratische Zivilgesellschaft. Wie erfolgreich das sein kann, können die Schülerinnen und Schüler der Grundschule ‚Käthe Kollwitz‛ in Waren (Müritz), der Regionalen Schule Burg Stargard, des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Wirtschaft und Verwaltung Schwerin, des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin und der Warbelschule in Gnoien berichten. Sie sind kürzlich mit dem Ehrenamtspreis MV 2024 für ‚Lernen durch Engagement‛-Projekte ausgezeichnet worden“, so Oldenburg.

Seit 2017 wird die Verbreitung der Lern- und Lehrform „Lernen durch Engagement“ in Mecklenburg-Vorpommern durch eine Initiative getragen. Diesem zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss gehören die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern, die NORDMETALL-Stiftung, die Freudenberg Stiftung, die Stiftung Lernen durch Engagement und die RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V. an. Seit 2020 beteiligt sich auch das Bildungsministerium.

„Lernen durch Engagement“ als Form des handlungsorientierten Projektunterrichts gibt es mittlerweile an 22 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern.

Familienreport zeigt Lebenslagen von Familien auf

Wie wirken sich Krisenzeiten auf das Familienleben aus? Wie blicken Familien in die Zukunft und wie nehmen sie die Familienpolitik der Bundesregierung wahr? Der Familienreport 2024 zeigt die vielfältigen Lebenslagen von Familien in Deutschland.

Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai hat das Bundesfamilienministerium den Familienreport 2024 veröffentlicht. Der diesjährige Bericht zeigt, dass familiäre Beziehungen in Zeiten des Umbruchs Halt geben, Eltern sich eine partnerschaftliche Aufgabenteilung in Familie und Beruf wünschen und trotz Krisen zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Internationaler Kindertag: Gleiche Chancen für alle Kinder

Zum Internationalen Kindertag gehört auch die Forderung, dass jedes Kind gleiche Chancen für ein gutes Aufwachsen und eine gute Bildung haben sollte. „Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen darf nicht vom Bildungshintergrund oder Einkommen der Eltern abhängen“ so Bildungsministerin Simone Oldenburg.

In der jüngsten Studie des ifo-Instituts zur Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hatten die Forscherinnen und Forscher für Mecklenburg-Vorpommern eine spätere Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in verschiedene Bildungsgänge als besonders positiv herausgestellt.

Anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni fordert Bundesfamilienministerin Lisa Paus, das Wahlalter auch bei Bundestagswahlen auf 16 Jahre zu senken: „Bei der Europawahl in einer Woche stimmen erstmals Jugendliche ab 16 Jahren mit ab – ein großartiges Signal dafür, dass wir junge Menschen ernst nehmen und ihnen Vertrauen schenken. Ich kann deshalb nicht nachvollziehen, dass 16- und 17-jährige bei Bundestagswahlen weiter außen vor bleiben sollen. Die junge Generation muss direkt an Entscheidungsprozessen beteiligt sein, insbesondere wenn es um zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz oder Rente geht. Das gehört auch zur Demokratiebildung.“

Kolumne Väterzeit

Michael Güthlein und Konstantin Sacher sind Väter: ein (1) und drei Kinder (10, 7, 5). Beide erzählen über ihr Rollenverständnis und ihre Abenteuer zwischen Kinderkrabbeln und Elternabend, zwischen Beikost und Ferienlager. Ihre Kolumne erscheint alle zwei Wochen; sie schreiben im Wechsel.

Zur Kolumne: https://chrismon.de/kolumnen/vaeterzeit

 

 

Pilotstudie zu Auswirkungen globaler Krisen auf Familien und Kinder

Die heutigen weltweiten Krisen stellen Menschen in jeder Altersgruppe vor große Herausforderungen. Die psychologische Forschung interessiert sich unter anderem dafür, welche Emotionen hierbei ausgelöst werden und wie Betroffene damit umgehen. Mit Ihrer Teilnahme können Sie zu wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen und uns dabei unterstützen, Kindern und ihren Eltern den Umgang mit globalen Krisen zu erleichtern.

Sie können an dieser spannenden Studie teilnehmen, wenn Sie:

  • ein Kind im Alter zwischen 6 und 17 Jahren haben
  • sich seit mindestens 2 Jahren in der Elternrolle befinden (neben der biologischen Elternschaft kann dies auch eine Stief-, Adoptiv- oder Pflegeelternschaft sein)
  • regelmäßig Kontakt zu Ihrem Kind haben
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen

Link zur Studie: www.soscisurvey.de/krisenpfade24/

Die Studie umfasst einen Online-Fragebogen, dessen Bearbeitung ca. 45 Minuten dauert. Bitte füllen Sie den Fragebogen entweder am PC, Laptop oder Tablet aus. Als Dankeschön werden unter den Teilnehmenden 2 Gutscheine im Wert von 20€ verlost (www.wunschgutschein.de).

Die Studie wird durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena am Lehrstuhl für Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters durchgeführt (Leitung: Prof. Dr. Julia Asbrand, M. Sc. Nora Spirkl).

KiföG-Änderung: Land investiert weiter in die Kita-Qualität

Die Kindergartengruppen in Mecklenburg-Vorpommern werden kleiner. Der Landtag hat nach Zweiter Lesung das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) beschlossen. Demnach wird das Fachkraft-Kind-Verhältnis von 1:15 auf 1:14 gesenkt. Von September 2024 an betreut eine Erzieherin bzw. ein Erzieher durchschnittlich 14 Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Eintritt in die Schule. Durch die Senkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses und den gestiegenen Personalbedarf entstehen Mehraufwände in Höhe von 11,8 Millionen Euro pro Jahr.

„Bundesweit fehlen über 400.000 Kita-Plätze. Trotz des Rechtsanspruches können zahlreiche Bundesländer diesen nicht umsetzen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „In vielen Orten reagiert man mit verkürzten Öffnungszeiten, um überhaupt noch eine Betreuung zu gewährleisten. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Situation zum Glück anders. Bei uns gibt es für jedes Kind einen Platz. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern erfüllen wir den Rechtsanspruch und inzwischen gibt es – aufgrund der sinkenden Kinderzahlen – landesweit sogar freie Kita-Plätze. Eltern müssen auch nicht ihre Arbeitszeiten den Öffnungszeiten anpassen, weil es bei uns die längsten Öffnungszeiten gibt“, betonte Oldenburg.

Pressemitteilung: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung MV