Bertelsmann-Studie zur Kindertagesförderung

Auszüge aus der Pressemitteilung vom Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung MV

„Die Teilhabequote im Bereich der Kindertagesförderung hat in Mecklenburg-Vorpommern mit 58 Prozent im bundesweiten Vergleich das höchste Niveau. In unseren Kitas ist im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern ein weitestgehend bedarfsgerechtes Angebot vorhanden. Die größte Herausforderung in den kommenden Jahren ist der Qualitätsausbau vor allem durch die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften“, betonte Stefanie Drese.

„Hier haben wir uns vor einigen Jahren mit dem Start der Fachkräfteoffensive auf den Weg gemacht. So sind bereits in den letzten fünf Jahren 1.300 zusätzliche Kita-Beschäftige hinzugekommen. Außerdem konnte der Anteil der Auszubildenden vor allem durch die neu eingeführte praxisintegrierte, vergütete Erzieher*innen-Ausbildung von 0,5 Prozent in 2016 auf 3 Prozent gesteigert werden“, verdeutlichte Drese.

Diese positive Entwicklung hebt auch die Bertelsmann-Studie hervor. So wird dort festgestellt, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern von 2013 bis 2020 die personelle Ausstattung in den Kindergartengruppen bundesweit am stärksten verbessert hat (von 1 zu 14,9 auf 1 zu 12,9).

Wichtige Ergebnisse der Bertelsmann-Studie sind:

  1. In MV hat sich zwischen 2013 und 2020 die Personalausstattung im Kindergarten erheblich verbessert (von 1 zu 14,9 auf 1 zu 12,9).
  2. Die Teilhabequote ist mit 58% im bundesweiten Vergleich auf dem höchsten Niveau (im Westen: 31%). Das gilt auch für die 3- bis 6-Jährigen (96 %).
  3. Etwa 72 % der unter 11-jährigen Schulkinder wird in MV ein Hortplatz zur Verfügung gestellt (bundesweit 17 %).
  4. 79,5 % der unter 3-jährigen KiTa-Kinder werden in MV 45 Wochenstunden und mehr betreut. Bei den Kindern ab 3 Jahren sind es gut 77 % (bundesweit: 39 % bzw. 35 %).
  5. Bei der Gruppengröße (wissenschaftliche Empfehlung liegt bei maximal 12 Kindern bei den jüngeren und 18 bei den älteren Kindern) steht MV bundesweit am besten da.
  6. Die Zahl des pädagogischen Personals ist in MV zwischen 2011 und 2020 in den KiTas um 38 % auf 11.047 Tätige und in den Horten um fast 27 % auf 2.090 gestiegen.
  7. Demgegenüber ist ein Rückgang bei den Kindertagespflegepersonen von 1505 in 2011 auf 906 in 2020 zu verzeichnen.
  8. Der Anteil des Kita-Fachpersonals in MV ist mit 85% in den Einrichtungen bundesweit spitze.
  9. Der Anteil der Auszubildenden in den Kitas in MV ist von 0,5% in 2016 auf 3% 2020 gestiegen.
  10. Nur 6% des pädagogischen Personals in KiTas sind in MV befristet beschäftigt. Das ist bundesweit der niedrigste Anteil.
  11. Bis 2030 könne der Personalschlüssel an das durchschnittliche Niveau der westdeutschen Bundesländer angeglichen werden. Dafür bedarf es 2.000 zusätzlicher Fachkräfte.
  12. Mit einem rechnerischen Personalschlüssel von 1 zu 5,9 in der Krippe zeigten sich in MV bundesweit weiterhin die ungünstigsten Schlüssel.
  13. Der Anteil der Leitungsfreistellung liegt mit 4% unter dem Bundesdurchschnitt von 18%.
  14. Der Anteil von männlichen Beschäftigten liegt im Kindergarten und Krippe mit 6 % im Bundesdurchschnitt; in den Horten mit 16% leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 18%.

Kinderfreizeitbonus auch für Empfänger*innen von Wohngeld

Familien, die im August dieses Jahres Sozialleistungen wie Wohngeld, Sozialhilfe oder Hartz IV erhalten, haben Anspruch auf eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro pro Kind und Jugendlichen unter 18 Jahren. Dieser „Kinderfreizeitbonus“ wurde mit dem Aktionsprogramm der Bundesregierung „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ als Hilfe für bedürftige Familien sowie Familien mit geringem Einkommen beschlossen und soll den Minderjährigen ermöglichen, Angebote zur Ferien- und Freizeitgestaltung wahrzunehmen und Versäumtes nachzuholen. „Familien, die Wohngeld bekommen, aber keinen Kinderzuschlag müssen den Kinderfreizeitbonus bei ihrer Familienkasse beantragen“, sagt Landesbauminister Christian Pegel und begründet: „Der Bund hat die Auszahlung dieses Bonus‘ an die Familienkassen der Arbeitsagenturen übertragen. Diese haben aber nur die Daten der Kinderzuschlagsempfänger.“

Weitere Informationen zum Kinderfreizeitbonus

AOK Active Beach eröffnet

Rechtzeitig zu den Sommerferien öffnete der AOK ACTIVE BEACH für alle Bewegungsund Ballsportliebhaber*innen wieder seine Spielfelder am Strandaufgang 13. Bis Ende September steht den Strandbesucher*innen auf über 7.500 Quadratmetern mit Beachsoccer, Beachhandball, Beachvolleyball und weiteren Ballsportangeboten eine große Angebotspalette zum Mitmachen und Ausprobieren zur Verfügung. Der Eintrittspreis für die Nutzung des Angebots beträgt 2,Euro pro Person. Sportgeräte können zwischen 11:00 und 18:00 Uhr gegen Pfand ausgeliehen werden. Inhaber der gültigen Kurkarte Warnemünde zahlen keinen Eintritt.

Neuer Kita-Stufenplan tritt in Kraft

Der seit dem 30.6. geltende Kita-Stufenplan richtet sich zukünftig vollständig nach der risikogewichteten Einstufung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. Das bedeutet: Ab sofort wird neben der 7-Tage-Inzidenz zusätzlich die Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern und die 7-Tage-Inzidenz der stationär behandelten Menschen berücksichtigt.

Die neue Übersicht unterteilt sich in Stufen von 0 bis 5. So beschreiben zum Beispiel die Stufen 0 und 1 den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen bei einer kontrollierten Situation und niedrigem Infektionsgeschehen. Damit besteht ein geringeres Risiko, an COVID-19 zu erkranken. Neu ist, dass in diesen Stufen (0 und 1), beim Auftreten von leichten Erkältungssymptomen, ein anerkannter Antigen-Selbsttest in der eigenen Häuslichkeit durchgeführt werden kann.

Die 5. und höchste Stufe schreibt ein grundsätzliches Besuchsverbot der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen mit der Möglichkeit einer Notbetreuung vor. Zusätzlich werden die Gruppen getrennt.

„Wir haben mit dem Stufenplan für die Träger der Kindertageseinrichtungen, ihre Beschäftigten, Kindertagespflegepersonen, Eltern und Kinder eine nachvollziehbare Perspektive für die Kindertagesförderung unter Pandemiebedingungen geschaffen“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese.

Zusätzliche Landesmittel für den Ferienhort

Das Land stellt zwei Millionen Euro für eine erweiterte Hortbetreuung in den Sommerferien zur Verfügung. „Damit werden coronabedingte Betreuungs-Mehrbedarfe in den bevorstehenden Schulferien finanziert“, teilte Sozialministerin Stefanie Drese mit. Die Mittel stammen aus dem MV-Schutzfonds.

„Viele Eltern mussten aufgrund der Corona-Pandemie bereits teilweise oder sogar vollständig ihren Urlaub nehmen. Deshalb ist eine gute und umfassende Ferienhortbetreuung in diesem Jahr besonders wichtig“, betonte Drese. Das Land sorge mit den zusätzlichen Mitteln dafür, dass diese erweiterte Ferienhortbetreuung für die Eltern beitragsfrei ist.

Kitas und Kindertagespflegestellen konnten vom 19. April bis zum 17. Mai landesweit nur eine Notfallbetreuung anbieten und befanden sich zum Anfang des Jahres 2021 in der Schutzphase.

Die Hortregelbetreuung ist in Mecklenburg-Vorpommern elternbeitragsfrei und beträgt bei einem Ganztagsanspruch sechs Stunden täglich und bei einem Teilzeitanspruch drei Stunden am Tag. Einige Einrichtungen ermöglichen voll berufstätigen Eltern darüber hinaus in den Ferien eine erweiterte Hortbetreuung mit höchstens zehn Stunden täglich. Die zusätzlichen Stunden müssen normalerweise von den Eltern selbst bezahlt werden.

Drese: „Um die Eltern von diesen Kosten für die zusätzliche Betreuung zu entlasten, übernimmt das Land den Mehraufwand der Horte für die Zeit vom 21. Juni bis 31. Juli 2021. Ich hoffe, dass viele Hortträger vor diesem Hintergrund ihr Ferienangebot im Sinne der Eltern und Kinder erweitern.“

9. Familienbericht „Eltern sein in Deutschland“

Der 9. Familienbericht stellt die Eltern in den Mittelpunkt und die Frage, wie es ihnen geht. Der Bericht bestätigt: Familien brauchen Flexibilität und Sicherheit, Investitionen in neue Chancen für die Kinder und gute Perspektiven für das Familienleben. Drei wichtige Handlungsfelder werden in dem Bericht benannt: Eine neue Qualität der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für mehr Partnerschaftlichkeit, mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und stabile wirtschaftliche Sicherheit für alle Familien.

Zentrale Ergebnisse des Berichts

Eltern-Sein in Deutschland ist anspruchsvoller geworden. Eltern verlangen sich viel ab: Sie wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, sie so gut wie möglich fördern, Familie und Beruf in Einklang bringen und auch eigene Ziele verfolgen. Dafür suchen und brauchen sie Orientierung und Unterstützung, gerade angesichts sich wandelnder Rollenbilder, komplexerer Familienstrukturen, der Herausforderungen der Digitalisierung und der nach wie vor bestehenden ungleichen sozialen Bedingungen für das Aufwachsen und die Chancen von Kindern.

Empfehlungen:

  • Neue Qualität der Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen
  • Mehr Bildungsgerechtigkeit erreichen
  • Wirtschaftliche Stabilität von Familien weiter stärken

Hier weitere Links:

Neue Kinderseite lädt zum Natur-Entdecken ein

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV bietet ab sofort eine neue Kinderseite zum Umweltwissen an. Auch für Vorschulkinder gibt es Angebote. Dazu zählen etwa der Comic „Aus dem Leben einer Buche“ und die Broschüren „Zimmer frei für wilde Bienen“ und „Mein kleines Fledermausheft“. Darüber hinaus verweist die Seite auf interaktive Spiele verschiedener Einrichtungen aus dem Land, etwa dem Zoo Rostock und dem Meeresmuseum Stralsund. Alle Angebote sind nach Altersgruppen gestaffelt.

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März veröffentlichte das Ministerium eine neue Kinderbroschüre „Pino und Aqua erkunden das Wasser“. Viertklässler Pino entdeckt das Land MV. Sein Freund, Wassertropfen Aqua, begleitet ihn dabei. Themen sind unter anderem Trink­wasser, Moore, Wasserkreislauf, Kläranlagen, Wasser­werke; aber auch Wasser als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Kinder ab 10 Jahre werden spielerisch ein­bezogen. Es gibt Rätsel und Bilder zum Ausmalen.

TV- und Streaming-Highlights an Ostern

An Ostern stehen bei TV-Sendern und Streaming-Anbietern wieder besonders viele Filme auf dem Programm. Um Eltern die Auswahl zu erleichtern, hat FLIMMO in einem Online-Special Sehenswertes rund um die Feiertage zusammengestellt. Für jedes Alter und für die ganze Familie ist etwas dabei. YouTube-Tipps rund um Basteln, Singen und Spielen gibt es noch dazu. Manches im TV-Programm ist allerdings nichts für Kinder. Darauf weist FLIMMO gesondert hin. FLIMMO ist ein Elternratgeber für kindgerechte Inhalte im Fernsehen und auf Streaming-Plattformen.

Die komplette Übersicht gibt es ab sofort auf www.flimmo.de/ostern:

  • Für 3- bis 6-Jährige: Kurze, unkomplizierte Geschichten, die immer ein gutes Ende nehmen. Zusammenhalt und Freundschaft spielen eine große Rolle.
  • Für 7- bis 10-Jährige: Hier darf es auch schon richtig spannend werden. Außergewöhnliche Helden wachsen über sich hinaus und erleben Abenteuer.
  • Für 11- bis 13-Jährige: Die Ältesten finden Gefallen an starken Figuren und einem mitreißenden Erzähltempo. Themen wie das Streben nach Unabhängigkeit und abenteuerliche Bewährungsproben sprechen sie besonders an.
  • Für die ganze Familie: Diese Filme gefallen jüngeren und älteren Kindern. Selbst Erwachsene können an der einen oder anderen Stelle schmunzeln.
  • Fallen und Schocker: Diese Filme sind nicht für Kinder. Gewalt, blutige Schlachten und permanente Bedrohung können Kindern Angst machen und sie überfordern.

Programm „Sprach-Kitas“ bis Ende 2022 fortgesetzt

134 Kindertageseinrichtungen in MV nehmen am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Damit erhalten nach Angaben von Sozialministerin Stefanie Drese mittlerweile etwa zwölf Prozent der Kitas im Land eine Extra-Förderung im Bereich der sprachlichen Bildung als Teil der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat nun mitgeteilt, dass das Programm „Sprach-Kita“ bis Ende 2022 fortgesetzt wird. Für jede Sprach-Kita steht eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung. Im Jahr 2020 wurden aus Mitteln des Bundesprogramms in Mecklenburg-Vorpommern 159 zusätzliche Fachkräfte in Sprach-Kitas und 12 begleitende Fachberatungen jeweils im Umfang von einer halben Stelle gefördert. Ab 2021 legt das Bundesprogramm Sprach-Kitas einen neuen Fokus auf den Einsatz digitaler Medien und die Integration medienpädagogischer Fragestellungen in die sprachliche Bildung. Standorte in MV und Informationen zu den geförderten Einrichtungen und Fachberatungen im Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ gibt es unter dem Link: https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/programm/standortkarte/

Stärkung der Medizinischen Hotline für mehr Kinderschutz

Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) verlängert die Laufzeit des Projekts „Medizinische Kinderschutzhotline“ bis einschließlich Dezember 2024. Zudem steht die Hotline seit dem 01. Januar 2021 auch Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familiengerichte zur Verfügung. In einer externen Evaluation der Medizinischen Kinderschutzhotline wurde bestätigt, dass es einen anhaltend großen Beratungsbedarf bei den medizinischen Berufen zum Umgang mit einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gibt. 98,6 Prozent derjenigen, die sich an die Hotline wendeten, bewerteten die Beratung als hilfreich bis sehr hilfreich.

Rufnummer der Medizinischen Kinderschutzhotline: 0 800 / 19 210 00

Weitere Informationen unter www.kinderschutzhotline.de