FAQ - Häufige Fragen
Recht auf Elternschaft
Menschen mit Behinderung haben wie alle anderen Menschen das Recht, eine Familie zu gründen und Kinder großzuziehen. Dieses Recht ist in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verankert, die Deutschland im Jahr 2009 unterzeichnet hat. In Artikel 23 heißt es: Niemand darf benachteiligt werden, weil er eine Behinderung hat – auch nicht beim Wunsch, Mutter oder Vater zu sein.
Der Staat ist verpflichtet, Barrieren abzubauen und passende Unterstützungsangebote zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, mit Elternassistenz den Familienalltag selbstbestimmt zu gestalten. Das Recht auf Elternschaft gilt unabhängig davon, welche Behinderung vorliegt, ob jemand Hilfsmittel nutzt oder selbst im Alltag auf Unterstützung angewiesen ist.
Schwangerschaft mit körperlicher Behinderung: gut begleitet
Eine Schwangerschaft ist für viele Menschen ein emotionales Abenteuer – mit Momenten der Vorfreude, aber auch Unsicherheiten. Für werdende Eltern mit körperlicher Behinderung kann diese Zeit besondere Herausforderungen mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, gut informiert, beraten und begleitet zu sein.
Auch eine humangenetische Beratung kann Teil der Begleitung sein – etwa bei familiärer Vorbelastung oder genetisch bedingten Erkrankungen. Diese Beratung ist immer freiwillig und neutral. Sie kann dabei helfen, medizinische Informationen besser einzuordnen und persönliche Entscheidungen gut informiert zu treffen.
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Was ist die EUTB®?
Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®) unterstützt Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder drohender Behinderung sowie deren Angehörige – kostenlos, vertraulich und auf Augenhöhe.
Das Besondere: Viele Berater*innen haben eigene Erfahrungen mit Behinderung (Peer Counseling). Die Beratung ist unabhängig von Ämtern, Trägern oder Leistungserbringern – im Mittelpunkt stehen die eigenen Wünsche und Entscheidungen.
Typische Themen bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternsein:
- Welche Unterstützungsangebote gibt es während der Schwangerschaft?
- Welche Rechte bestehen bei Elternassistenz oder Hilfsmitteln im Alltag mit Kind?
- Wo erhalte ich für meine Lebenssituation passende Beratung oder Austausch?
- Was ist bei der Auswahl von Hebammen, Ärzt*innen oder Geburtsorten wichtig?
- Welche Rechte auf Unterstützung bestehen?
EUTB®-Angebote gibt es in ganz Mecklenburg-Vorpommern.
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Unterstützung in der Schwangerschaft mit Behinderung
Werdende Mütter mit körperlicher Behinderung haben Anspruch auf passende Kommunikation – etwa Dolmetschdienste bei Gebärdensprachbedarf. Die Kosten dafür trägt in medizinischen Situationen die Krankenkasse.
Grundsätzlich gilt es, je nach vorliegender Behinderung und den damit zusammenhängenden Bedarfen passende Lösungen für die werdende Mutter zu finden.
Unterstützung für Eltern mit Behinderung im Familienalltag
Eltern mit körperlicher Behinderung meistern ihren Alltag oft mit großem Einsatz. Wenn körperliche Einschränkungen bestimmte Aufgaben erschweren, kann eine Elternassistenz helfen: Sie übernimmt unterstützende Tätigkeiten – etwa beim Wickeln, Tragen oder bei Wegen außer Haus. Wichtig ist: Die erzieherische Verantwortung bleibt bei den Eltern.
Elternassistenz ist eine Leistung der Eingliederungshilfe und seit 2018 im Sozialgesetzbuch geregelt (§ 78 Abs. 3 i.V.m. § 113 SGB IX). Ziel ist es, das Familienleben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Die Hilfe kann über einen Assistenzdienst organisiert oder als Persönliches Budget selbst verwaltet und organisiert werden, dann werden die Eltern selbst Arbeitgeber*in der Assistenzkräfte. Entscheidend ist immer: Die Unterstützung soll zu den Bedürfnissen der Eltern passen – nicht umgekehrt.
Wichtig: die Hilfen sollten frühzeitig beantragt werden, damit diese bei Geburt genehmigt und bereits Assistenzkräfte organisiert sind.
Zum Ratgeber: Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe) e.V.
Ratgeber Elternassistenz
Wie beantragt man Elternassistenz? Worauf muss man achten? Und wie findet man eine passende Hilfe?
Der Ratgeber Elternassistenz des Bundesverbands behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe) e.V. gibt Antworten – verständlich, praxisnah und aus Sicht betroffener Eltern.
- Was Elternassistenz ist – und was nicht dazugehört
- Wer Anspruch hat und wann man sie beantragen sollte
- Welche Unterlagen und Angaben beim Antrag wichtig sind
- Wie Sachleistung und Persönliches Budget funktionieren
- Wie man eine passende Assistenzkraft findet und auswählt
- Was bei der Zusammenarbeit im Alltag zu beachten ist
- Welche Rolle Beratung, Hilfeplanung und Begleitung spielen
- Wo man als Elternteil mit Behinderung Tipps und Unterstützung bekommt
Zum Ratgeber: Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe) e.V.
Beratung in MV und bundesweit
Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sind bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft eine wichtige Anlaufstelle, sie helfen kostenlos und vertraulich weiter – auch bei persönlichen, medizinischen oder finanziellen Fragen.
Je nach Anliegen kann es für Menschen mit einer Behinderung hilfreich sein, sich direkt an Interessenvertretungen wie den Blinden- und Sehbehindertenverband MV oder den Schwerhörigenbund MV zu wenden – viele bieten Beratung an. Die EUTB® kann bei Bedarf den Kontakt zu spezialisierten Verbänden herstellen oder gemeinsame Gespräche ermöglichen. Auch Peer-Erfahrungen können unterstützen – etwa durch den Austausch mit Eltern in ähnlicher Lebenssituation.
106 Adressen gefunden
EUTB Parchim
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Parchim und Umgebung e.V.
EUTB Dömitz
Volkssolidarität Landesverband MV e.V.
EUTB Boizenburg
Volkssolidarität Landesverband MV e.V.
Königsstraße 2, Büro der VS Familienhilfe
19258 Boizenburg/Elbe
EUTB Hagenow
Volkssolidarität Landesverband MV e.V.
EUTB Schwerin
Blinden- und Sehbehinderten- Verein Mecklenburg-Vorpommern e. V.
EUTB Sassnitz
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.
EUTB Grimmen
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.
EUTB Niepars
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.
EUTB Barth
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.
EUTB Bad Sülze
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.
EUTB Stralsund
Lebenshilfe Ostseekreis e.V.